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Definition
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Unter einer Definition (lateinisch definitio, âAbgrenzungâ, aus lateinisch de-, â(von etwas) herab/wegâ und lateinisch finis, âGrenzeâ) versteht man in Logik und Wissenschaftstheorie die Bestimmung eines Begriffs (Begriffsbestimmung) oder die ErklĂ€rung des Wesens einer Sache. Eine lexikalische Definition muss gemÀà George A. Millercite-ref-1[1] eine verbale Beschreibung sein, in der semantische Relationen angegeben sind. Mit der Normierung von Definitionen beschĂ€ftigt sich u. a. auch die Terminologielehre.
Contents
âą Etymologie
âą Allgemeines
âą Eliminierbarkeit
âą Zirkelfreiheit
âą Angemessenheit
âą KĂŒrze
âą Arten
âą Typenbegriffe
âą Bedeutung
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Etymologie
Die Ă€lteste nachgewiesene Verwendung des Wortes im Deutschen findet sich bei Martin Luther.cite-ref-2[2] In seiner âDisputation ĂŒber den Menschenâ (lateinisch Disputatio de homine) vom 14. Januar 1536 setzte er sich ausfĂŒhrlich mit der philosophischen Definition des Menschen als âvernunftbegabtes, mit Sinnen und Körperlichkeit ausgestattetes Lebewesenâ auseinander.cite-ref-3[3] Johann Gottfried Kiesewetter sprach 1802 davon, âden ausfĂŒhrlichen Begriff eines Dinges innerhalb seiner Grenzen ursprĂŒnglich darstellenâ.cite-ref-4[4] Erst durch Grenzen kann etwas genau bestimmt (definiert) und abgegrenzt werden, durch Grenzen entsteht die Territorialisierung (wie im Plural lateinisch fines fĂŒr âLandâ erkennbar ist).cite-ref-5[5]
Allgemeines
FĂŒr den Philosophen Christoph von Sigwart wird ein Wort durch Definition zum Begriff, so dass es sich bei der Definition um eine WorterklĂ€rung und nicht um eine BegriffserklĂ€rung handele.cite-ref-6[6] Sein Kollege Heinrich Rickert stellte 1888 heraus, dass mit der Definition einerseits der Prozess des Definierens gemeint sei und andererseits das Ergebnis, der Begriff.cite-ref-7[7]
Die Definition eines Begriffs soll diesen von anderen Begriffen abgrenzen. Begriffsinhalt und Begriffsumfang mĂŒssen so exakt bestimmt werden, dass eine klare Abgrenzung ohne Redundanzen möglich ist. Begriffsinhalt ist die Gesamtheit aller Merkmale eines Begriffs,cite-ref-8[8] Begriffsumfang ist die âGesamtheit der einem Begriff auf derselben Hierarchiestufe untergeordneten Begriffeâ.cite-ref-9[9] Der Begriffsumfang des Begriffs Fahrzeug beispielsweise besteht aus den Unterbegriffen Landfahrzeug, Wasserfahrzeug, Luftfahrzeug und Raumfahrzeug. Der Begriffsinhalt des Luftfahrzeuges umfasst dessen Merkmale, innerhalb der ErdatmosphĂ€re zu fliegen (Flugzeuge, Hubschrauber) oder zu fahren (Luftschiffe, Ballonfahren). Hierdurch grenzt sich das Luftfahrzeug vom Raumfahrzeug ab, das im Weltraum unterwegs ist. Je gröĂer der Begriffsinhalt ist, desto kleiner wird â bei gleichem Diskursuniversum â der Begriffsumfang.
Mit einer Definition wird die Bedeutung eines Begriffswortes, also der durch das Begriffswort ausgedrĂŒckte Begriff, bestimmt.cite-ref-10[10] Die Bestandteile und die logische Struktur sind stets gleich. Eine Definition ist gleichzeitig auch die Feststellung eines tatsĂ€chlich geĂŒbten Sprachgebrauchs sowie die Festsetzung oder Vereinbarung eines solchen in der Sprachwissenschaft.cite-ref-11[11]
Definitionsregeln
Der zu definierende Begriff einer Definition ist das Definiendum, die Menge der definierenden Merkmale ist das Definiens. Soll beispielsweise âJunggeselleâ definiert werden, so ist dieses Wort das Definiendum und âmĂ€nnlicher, lediger Erwachsenerâ das Definiens. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Bedeutung des Definiens bekannt ist; das Definiendum wird als synonym festgelegt.cite-ref-12[12] Wissenschaftliche Definitionen mĂŒssen zudem seit Aristoteles (lateinisch Genus proximum et differentia specifica) einheitlich zunĂ€chst den nĂ€chsthöheren Gattungsbegriff (lateinisch genus proximum) und dann den Artunterschied (lateinisch differentia specifica) enthalten,cite-ref-13[13] um vollstĂ€ndig zu sein.cite-ref-14[14] Diese klassische Definitionsregel ist trotz einiger Kritikpunkte als Grundmodellcite-ref-15[15] weiterhin âfĂŒr sehr viele FĂ€lle [âŠ] brauchbarâ.cite-ref-16[16] Beim Junggesellen ist der Gattungsbegriff âErwachsenerâ, der Artunterschied âmĂ€nnlich und ledigâ. Die abundante Definition gibt auĂer den wesentlichen auch unwesentliche Merkmale an, die zu weite Definition gibt zu viele, die zu enge Definition zu wenig wesentliche Merkmale an.cite-ref-17[17]
UnzulĂ€ssig als Definitionsfehler sind Zirkeldefinitionen, wenn in der Definition eines Begriffs auf diesen zu definierenden Begriff selbst zurĂŒckgegriffen wird,cite-ref-18[18] also das Definiendum als Bestandteil des Definiens auftaucht. Empfindungen als âElemente des bewussten Erlebensâ zu definieren, ist eine Zirkeldefinition, denn das âbewusste Erlebenâ ist die âGesamtheit aller Empfindungenâ.cite-ref-19[19]
Welche Regeln des Definierens man einhĂ€lt, ist grundsĂ€tzlich abhĂ€ngig davon, welcher Definitionslehre zu folgen man sich entschieden hat. Auch die klassischen Definitionsregeln lassen sich auf Aristoteles zurĂŒckfĂŒhren;cite-ref-20[20] sie werden heute weiterhin verbreitet angewandt, gelten teilweise jedoch auch als veraltet und werden in der modernen Wissenschaft oft als nicht sehr hilfreich angesehen.
1. Ein Begriff wird durch seine nÀchsthöhere Gattung und den Artunterschied definiert (lateinisch Praecisio definitionis).
2. Der Artunterschied muss ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören.
3. Eine Definition muss angemessen sein, d. h., weder zu weit noch zu eng gefasst sein.
4. Eine Definition darf keinen Zirkelschluss enthalten.
5. Eine Definition darf keine logischen WidersprĂŒche enthalten.
6. Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein.
7. Eine Definition darf keine Mehrdeutigkeiten enthalten.
NichtkreativitÀt
Von einigen Autoren wird die NichtkreativitĂ€t von Definitionen gefordert. Damit ist gemeint, dass unter Hinzunahme der Definition zu einer Theorie nichts erschlossen werden kann, was nicht bereits ohne jene Definition erschlieĂbar wĂ€re.cite-ref-21[21]
Eliminierbarkeit
Wenn eine Ăquivalenzdefinition korrekt gebildet ist, kann in allen SĂ€tzen das Definiendum durch das Definiens oder das Definiens durch das Definiendum ersetzt werden, ohne dass sich der Wahrheitswert der Aussage Ă€ndert. Diese Eigenschaft gilt aber nicht fĂŒr alle Definitionsarten, z. B. nicht fĂŒr partielle oder rekursive Definitionen.
Die Eliminierbarkeit gilt auch nicht, wenn man sich auf der Metaebene befindet. Zum Beispiel folgt aus der Definition âEin Schimmel ist ein weiĂes Pferdâ und dem Satz âDer Ausdruck âSchimmelâ hat acht Buchstabenâ nicht ââWeiĂes Pferdâ hat acht Buchstabenâ.
Zirkelfreiheit
Siehe auch
:
idem per idem
Karl Christian Friedrich Krause formuliert als erstes âGrundgesetz der Definitionâ:
âDie erste Forderung ist: das Zu-Definirende darf nicht wieder in der Definition vorkommen (terminus definitus non debet ingredi definitionem), denn wĂ€re Diess, so erfĂŒhre man ja nicht, Was das Zu-Definirende ist, es wĂŒrde Dasselbe durch Dasselbe erklĂ€rt, idem per idem, wie man sagt.âcite-ref-autogenerated1a-22-0[22]
Und Krause liefert auch gleich zwei Beispiele:
âZ. B. es soll definirt werden der Begriff: Grund, da sagt man gewöhnlich: der Grund von Etwas ist Dasjenige, wodurch dieses Etwas ist. Damit erfĂ€hrt man aber gar nichts, denn es ist idem per idem definirt; man hat nur ein andres Wort eingeschoben anstatt Grund, d. i. das Wort: durch, welches synonym ist mit Grund; oder wenn man den Raum definiren soll, und man sagt: der Raum ist die Form, wonach das Körperliche neben- und miteinander ist, hier ist idem per idem erklĂ€rt; weil man dann das Wort: neben, schon rĂ€umlich versteht.âcite-ref-autogenerated1a-22-1[22]
Bei einer mittelbaren â und zulĂ€ssigen â Zirkeldefinition werden im Definiens Begriffe verwendet, bei deren Definition wiederum mittelbar oder unmittelbar auf das ursprĂŒnglich zu definierende Wort zurĂŒckgegriffen wird. So wird in der Medizin âGesundheitâ definiert als âAbwesenheit von Krankheitâ, die âKrankheitâ entsprechend eine âBeeintrĂ€chtigung der Gesundheit.â Es ist weit verbreitet, das Definiendum durch die Negation seines Gegensatzes zu definieren, in der Physik beispielsweise âKĂ€lte als Entzug von WĂ€rmeâ zu erklĂ€ren oder in der Volkswirtschaftslehre das âSparenâ als âVerzicht auf Konsumâ. Dies gelingt nicht immer, denn der âTagâ kann nicht durch die âAbwesenheit von der Nachtâ definiert werden, weil zu einem Kalendertag sowohl der Tag als auch die Nacht gehören (disjunktive Definition). Vielmehr ist der Tag âder Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergangâ (operationale Definition).
Angemessenheit
Als drittes Grundgesetz der Definition bezeichnet Krause die Regel, dass eine Definition weder zu eng noch zu weit sein darf:
âEine dritte Forderung ist: eine Definition muss ihrem Definite angemessen seyn, sie darf nicht enger, sie darf nicht weiter seyn.âcite-ref-autogenerated1b-23-0[23]
Eine zu weite Definition wĂ€re âEin Vogel ist ein eierlegendes Tierâ, da auch Krokodile Eier legen.
KĂŒrze
Aristotelescite-ref-24[24] und Cicerocite-ref-25[25] haben gefordert, dass eine Definition kurz sein soll. Dem steht entgegen, dass Definitionen mitunter sehr lang sind. HÀufig deuten aber lange Definitionen darauf hin, dass sie Bestandteile enthalten, die nicht die Verwendung eines Ausdrucks erlÀutern, sondern zur Untersuchung des mit dem Ausdruck Bezeichneten gehören.
Redundanzfreiheit
Eng verwandt mit der Forderung nach KĂŒrze ist die Forderung nach Redundanzfreiheit. Nach dieser Forderung darf eine Definition keine Bestandteile enthalten, die aus dem Rest der Definition logisch folgen.
Beispiel: âEin Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel und gleich lang sind sowie die Diagonalen sich gegenseitig halbierenâ ist redundant, da dieser Satz bereits aus dem Satz âEin Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel sindâ folgt.cite-ref-26[26]
Ist eine Definition nicht redundanzfrei, spricht man von einer Definition mit Pleonasmus (definitio abundans).
Arten
Allgemein wird unterschieden:cite-ref-27[27]
âą Realdefinitionen: Sollen das Wesen einer in der RealitĂ€t vorhandenen Sache erfassen. Eine Realdefinition ist der Versuch, alles, was jemand von einem PrĂ€dikator stets als dessen Bedeutung unausgesprochen gelĂ€ufig ist, ausdrĂŒcklich zu beschreiben.cite-ref-28[28] Ein Messer âist ein Schneidewerkzeug, bei dem eine geschĂ€rfte, lĂ€ngliche Klinge an einem Ende einen Griff besitzt, der normalerweise in seiner LĂ€nge der Breite der Hand entsprichtâ. In Mathematik und Logik haben Realdefinitionen eine groĂe Bedeutung,cite-ref-29[29] in den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften werden sie dagegen nicht verwendet.
âą Nominaldefinitionen fĂŒhren neue Begriffe ein und legen deren Bedeutung durch Definitionen fest. In den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften besitzen Nominaldefinitionen keinen allgemein gĂŒltigen und zeitlos geltenden Wahrheitsanspruch. Ihre Aufgabe ist es nicht, das Wesen von Objekten zu bestimmen, sondern den wissenschaftlichen Sprachgebrauch festzulegen.cite-ref-30[30] Eine Definition kommt zustande, indem bereits bekannten Worten ein neues, bisher unbekanntes Wort gleichgesetzt wird (auch tautologische Definition genannt). So ist der Schimmel die Nominaldefinition fĂŒr âweiĂes Pferdâ.cite-ref-31[31] Auch âUnter âAWTâ wird im nachfolgenden Text 'Arbeitswerttheorie' verstandenâ ist eine Nominaldefinition.
âą Begriffsexplikationen sollen den allgemein ĂŒblichen Gebrauch eines Ausdrucks erlĂ€utern. Sie ĂŒberfĂŒhren vage und wenig exakte Begriffe der Umgangssprache in einen exakt bestimmten wissenschaftlichen Begriff. Es wird ein inexakter Ausdruck (oder Begriff) einem exakten gegenĂŒbergestellt und durch diesen ersetzt.cite-ref-32[32] Beispielsweise ist die zoologische Definition der Fische (lateinisch Pisces) âein im Wasser lebendes Wirbeltier, das ein KaltblĂŒter ist und wĂ€hrend des Lebens durch Kiemen atmetâ (Begriffsexplikation). Die in der Umgangssprache vorhandene Definition als âim Wasser lebendes Tierâ ist unprĂ€zise und umfasst auch Wale, Seehunde und Delphine, die zoologisch nicht zu den Fischen gehören.
M := â â i â â A , i > 5 i {\displaystyle M:=\sum _{i\in A, \atop i>5}i} .
Das neue Zeichen M {\displaystyle M} ist identisch mit dem komplexen Zeichen â â i â â A , i > 5 i {\displaystyle \sum _{i\in A, \atop i>5}i} und wird durch es mathematisch definiert.
âą Operationale Definitionen ordnen einen Begriff einer messbaren GröĂe zu.cite-ref-34[34] Operationale Definitionen des Alltags sind unter anderem Bauanleitungen, Gebrauchsanleitungen oder Kochrezepte. Im Alltag wird beispielsweise das Alter definiert als âZeitraum zwischen der Geburt und dem Tag der Datenerhebungâ.
âą Legaldefinitionen legen einen Rechtsbegriff in einer Rechtsnorm fest. Der Gesetzgeber kann mit ihrer Hilfe regeln, wie ein unbestimmtes Tatbestandsmerkmal zu verstehen ist.cite-ref-35[35] So werden in § 90 BGB Sachen als âkörperliche GegenstĂ€ndeâ definiert, was unter anderem im Eigentumsherausgabeanspruch des § 985 BGB von Bedeutung ist.
âą Disjunktive Definitionen bestehen in der AufzĂ€hlung ihrer Merkmale, die durch das eine Alternative ausdrĂŒckende Wort âoderâ miteinander verbunden sind: âEine Zueignung begeht, wer eine Sache ihrer Substanz nach oder ihrem Wert nach seinem Vermögen einverleibt.âcite-ref-36[36] Eine konjunktive Definition besteht in der AufzĂ€hlung ihrer Merkmale, die durch das einen Sachzusammenhang kennzeichnende Wort âundâ miteinander verbunden sind, z. B.: âSkandinavien besteht aus den Staaten DĂ€nemark, Finnland, Norwegen und Schweden.â
Es gibt mithin nicht lediglich eine einheitliche Definition, sondern es kommt auf den Zweck an, fĂŒr den eine Definition gelten soll. So muss die Legaldefinition lediglich dem Gesetzeszweck dienen, und wenn zu befĂŒrchten ist, dass der Gesetzgeber einen Begriff anders versteht als der Normadressat. Dadurch ist der lebensmittelrechtliche Begriff âLebensmittelâ zum Zwecke der LebensmittelĂŒberwachung weiter gefasst als der biologische.
Klassifikation von Definitionen
Konnotative und denotative Definitionen
Intension und Extension
In der Definitionstheorie unterscheidet man zwischen der Extension und Intension eines Ausdruckes. Die Intension (Begriffsinhalt, Sinn, Konnotation) umfasst die Menge der Merkmale (Attribute, Eigenschaften), die gegeben sein mĂŒssen, damit Objekte (Personen, GegenstĂ€nde) mit dem Ausdruck bezeichnet werden. Die Extension (Begriffsumfang, Bedeutung, Denotation) umfasst die Menge aller Objekte, die mit dem Ausdruck bezeichnet werden.
âDie Extension des Namens âTischâ ist die Menge aller Tische, die des Namens âBuchâ die Menge aller BĂŒcher, die des Namens âkubistisches Bildâ die Menge aller kubistischen Bilder, u. Ă€.â
â
PawĆowski
:
Begriffsbildung und Definition.
1980.
âVergleicht man Inhalt und Umfang des Begriffes miteinander, so ergibt sich folgendes VerhĂ€ltniĂ: Je gröĂer der Inhalt, desto kleiner der Umfang, und umgekehrt: je kleiner der Inhalt, desto gröĂer der Umfang. Der Grund ist, weil auf viele verschiedene GegenstĂ€nde nur wenige gemeinschaftliche Merkmale, dagegen viele Merkmale auf wenige verschiedene GegenstĂ€nde passen.â
â
Beck
:
Philosophische PropÀdeutik.
1841.
Die Extension kann leer sein (âder gegenwĂ€rtige König von Frankreichâ).
Konnotative Definitionen
Eine Definition, die die Intension eines Wortes angibt, nennt man intensionale bzw. konnotative Definition.
Ăquivalenzdefinition
In der Ăquivalenzdefinition wird der zu definierende Ausdruck (Definiendum) und der definierende Ausdruck (Definiens, Plural: Definientia) mit Hilfe einer Kopula verbunden, die ausdrĂŒckt, dass zwischen Definiendum und Definiens eine Ăquivalenz besteht, d. h., dass der erste Ausdruck dem zweiten intensionsgleich ist.
Das klassisch-griechische BegriffsgefĂŒge (altgriechisch áœÏίζΔÎčΜ (áœÏίζΔÏΞαÎč) áœÏÎčÏÎŒÏÏ orĂzesthein) wurde bei der Ăbersetzung in das Lateinische aufgespalten in definire / definitio und determinare / determinatio. Dabei ist die definitio (Begriffs-ErklĂ€rung) vom zu definierenden âObjektâ her, die determinatio (begriffliche Festlegung) vom definierenden âSubjektâ her bestimmt. FĂŒr die klassisch-griechische Denkform war beides noch in einem einzigen Begriff zusammengefallen.cite-ref-39[39]
Beispiele fĂŒr solche Kopulae sind â⊠nennen wir âŠâ, â⊠heiĂt so viel wie âŠâ, âunter ⊠soll man ⊠verstehenâ, âist ⊠genau dann, wenn âŠâ.
Definition ĂŒber die Gattung und den Artunterschied
Siehe auch
:
Genus proximum et differentia specifica
Noch im 19. Jahrhundert war die aristotelische Lehre gelĂ€ufig, wonach der nĂ€chsthöhere Gattungsbegriff (genus proximum) und der artbildende Unterschied (differentia specifica) anzugeben sei. Sie ist aber im Grunde nur fĂŒr Klassifikationen brauchbar und steht zudem bei Aristoteles mit seiner besonderen Metaphysik in engem Zusammenhang.cite-ref-40[40]
Aristoteles hat fĂŒr eine solche Definition folgendes Schema aufgestellt: Jeder Begriff kann als Art (altgriechisch Î”áŒ¶ÎŽÎżÏ eidos, species) definiert werden
1. durch den darĂŒber stehenden Begriff (Gattung, altgriechisch ÎłÎÎœÎżÏ genos; genus proximum) und
2. den kennzeichnenden (Art bildenden) Unterschied (altgriechisch ÎŽÎčαÏÎżÏÎŹ diaphora; differentia specifica), das sind die spezifischen Merkmale.
Die klassische Form der Definition ist demnach die unter Angabe eines genus proximum (Gattung) und einer differentia specifica (spezifisches Abgrenzungskriterium). Auch die Definition âEin Skandinavier ist ein Mensch, der aus DĂ€nemark, Finnland, Norwegen oder Schweden kommtâ, erfĂŒllt aristotelische Voraussetzungen, da der âMenschâ als Gattungsbegriff fungiert.
Definitionen ĂŒber die Gattung und den Artunterschied (lateinisch definitio fit per genus proximum et differentiam specificam) bilden die wichtigste Gruppe der Ăquivalenzdefinitionen. Der Ausdruck wird mit Hilfe eines umfangreicheren Ausdrucks bestimmt und ein Unterschied angegeben, der nur bei der jeweiligen Art von GegenstĂ€nden vorkommt und bei allen anderen Arten der Gattung fehlt. Es scheint zunĂ€chst sinnvoll zu sein, eine möglichst groĂe Anzahl von Eigenschaften zu wĂ€hlen. Eine solche AufzĂ€hlung könnte jedoch nicht vollstĂ€ndig sein. Deshalb versucht man ein Merkmal zu finden, das genĂŒgt, die GegenstĂ€nde der Art von anderen GegenstĂ€nden der Gattung zu unterscheiden.
In Definitionen ĂŒber die Gattung und den Artunterschied, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften, findet man hĂ€ufig den Fehler, dass sich mehrere Gattungen finden. Man nennt Definitionen mit diesem Definitionsfehler Definition mit mehreren Gattungen.
Synonymdefinition
Man kann ein Wort definieren, indem man ein Synonym zu dem Wort angibt. Das Problem dieser Methode ist, dass selten tatsÀchliche vollstÀndige Synonyme vorhanden sind. John Stuart Mill verweist 1843 darauf, dass diese Form der Definition nicht allgemein anerkannt ist:
âThis may be done eight by predicating of the name intended to be defined, another connotative name exactly synonymous, as, âMan is a human beingâ, which is not commonly accounted a definition at all [âŠ].âcite-ref-41[41]
Denotative Definition
Eine Definition, die die Extension eines Wortes angibt, wird als extensionale oder denotative Definition bezeichnet.
Deiktische Definition
Beispiel: Dies hier ist rot: rot
Deskriptive, festsetzende und stipulative Definition
Deskriptive Definition
Als deskriptive Definition (oder auch feststellende Definition) bezeichnet man eine Definition, die einen gewohnten Sprachgebrauch festhÀlt.
Festsetzende Definition
Als festsetzende Definition bezeichnet man eine Definition, bei der ein neuer Ausdruck eingefĂŒhrt wird.
Thomas Hobbes war einer der ersten, der entschieden eine Definition als Festsetzung der Bedeutung aufgefasst hat. Doch waren fĂŒr ihn wie fĂŒr Spinoza ârichtigeâ Definitionen der Ausgangspunkt fĂŒr jede echte Wissenschaft.
Blaise Pascal (LâEsprit GĂ©omĂ©trique, Logik von Port-Royal) war sodann der erste, der die Lehre vom Definieren als Begriffsfestsetzen logisch sauber durchgefĂŒhrt hat.cite-ref-43[43]
Christoph Sigwart
Christoph von Sigwart (1830â1904) wollte âDefinitionâ nur den Satz nennen, der die Bedeutung zweier AusdrĂŒcke gleichsetzt.cite-ref-44[44]
Gottlob Frege
Die âFregesche Theorieâ â die Dubislav so nennt, weil Gottlob Fregecite-ref-45[45] es war, der die Unterscheidung von Zeichen und Bezeichnetem entwickelt hat â versteht Definitionen als Substitutionsregeln ĂŒber Zeichen. Eine Definition gibt die Bedeutung eines Zeichens an, indem sie angibt, auf welche Weise ein Zeichen durch ein anderes in logisch Ă€quivalenter Weise zu ersetzen ist.cite-ref-46[46]
Karl R. Popper
Nach herkömmlicher Auffassung bilden Definitionen die Grundbausteine einer jeden Wissenschaft. FĂŒr Karl Popper jedoch sind Definitionen gegenĂŒber Problemen und Theorien eher unwichtig. Denn Begriffe sind in ihrer logischen Funktion den Aussagen und Theorien untergeordnet, in deren Zusammenhang sie verwendet werden.
âNicht durch die Definition wird die Anwendung eines Begriffes festgelegt, sondern die Verwendung des Begriffes legt das fest, was man seine âDefinitionâ oder seine âBedeutungâ nennt. Anders ausgedrĂŒckt: Es gibt nur Gebrauchsdefinitionen.âcite-ref-47[47]
Die herkömmliche Auffassung, man mĂŒsse, bevor man eine Diskussion beginnt, erst einmal die Begriffe definieren, d. h., Ăbereinstimmung ĂŒber das zu verwendende Vokabular erzielen, hĂ€lt Popper fĂŒr grundfalsch. Denn alle Definitionen, inkl. operationaler Definitionen, können nur das Problem von einer Seite der Definitionsrelation auf die andere Seite verschieben. Das fĂŒhrt zu einem infiniten Regress; letzten Endes bleiben immer undefinierte AusdrĂŒcke ĂŒbrig.cite-ref-48[48] Es sei aus logischen GrĂŒnden unmöglich, wissenschaftliche Begriffe empirisch zu definieren oder zu âkonstituierenâ.cite-ref-49[49] Doch ist es, um Verwirrung zu beseitigen, oftmals nötig, Begriffe (wie etwa âwahrheitsĂ€hnlichâ oder âwahrscheinlichâ) zu unterscheiden.cite-ref-50[50]
Die Begriffe der empirischen Wissenschaft sind stets nur implizit definiert, und zwar durch die SĂ€tze, in denen sie auftreten. Diese implizite Definition ist als solche nur eine logisch-formale; sie gibt den implizit definierten Termen keine bestimmte Bedeutung (implizit definierte Terme sind Variable). Eine âbestimmte Bedeutungâ, und zwar eine empirische âBedeutungâ, erhalten die implizit definierten Terme erst durch den empirischen Gebrauch der SĂ€tze, in denen sie auftreten.
Die irrtĂŒmliche Ansicht, dass es möglich ist, Begriffe entweder explizit (durch Konstitution) oder durch Hinweis (durch eine sog. âZuordnungsdefinitionâ) empirisch zu definieren, kann durch den Hinweis auf die unĂŒberbrĂŒckbare Kluft zwischen Universalien (Allgemeinbegriffen) und Individualien (Eigennamen) widerlegt werden. Es ist trivial, dass man weder durch eine Klasse von Eigennamen einen Universalbegriff definieren kann, noch einen Eigennamen durch Spezifikation von Universalbegriffen. Zwischen Individual- und Universalbegriffen gibt es also keinen Ăbergang in dem Sinn, dass Individualien durch Universalien oder Universalien durch Individualien definierbar sind; es gibt zwischen ihnen nur eine Substitutionsbeziehung: Jeder Individualbegriff kann nicht nur als Element einer individualen, sondern auch als Element einer universalen Klasse auftreten (aber nicht umgekehrt).cite-ref-51[51]
Ein analoges VerhĂ€ltnis wie zwischen Begriff und Gegenstand besteht zwischen Satz und Tatsache. Der Satz stellt einen Sachverhalt dar. Diesen Sachverhalt kann mancite-ref-52[52] von der Tatsache (einem irrationalen StĂŒck Wirklichkeit), die der Satz bezeichnet und von welcher der Sachverhalt ein ârationales Teilmomentâ bildet, unterscheiden.
Von jedem Gegenstand kann man seine Merkmale aussagen. Jeder Satz, der ein Merkmal aussagt, stellt einen Sachverhalt dar. Dass ein Gegenstand unendlich viele Merkmale hat, entspricht also dem Umstand, dass eine Tatsache unendlich viele Sachverhalte als rationale Teilmomente hat.
Diese zweite Ausdrucksweise, die sich auf Tatsachen, Sachverhalte und SĂ€tze bezieht, ist zweifellos wichtiger als die Ausdrucksweise, die von GegenstĂ€nden, Merkmalen und Begriffen redet. Aber ebenso, wie ein Gegenstand nicht aus Merkmalen besteht, und wie die Merkmale sich schon dadurch als von uns an den Gegenstand herangebracht erweisen, dass sie sich â rein logisch â immer als willkĂŒrlich herausgegriffen erweisen (herausgegriffen aus einer unendlichen Menge möglicher Merkmale), ebenso erweisen sich die Sachverhalte als rationale, von uns in die nicht-rationalisierte Wirklichkeit hineingetragene Koordinaten.
Der naive induktivistische Empirismus hĂ€lt die SĂ€tze fĂŒr Abbildungen der Wirklichkeit. Er glaubt also, dass die SĂ€tze das darstellen, was hier als âTatsachenâ bezeichnet wird; und er ĂŒbersieht also den Unterschied zwischen âSachverhaltâ und âTatsacheâ. Er hĂ€lt nicht die Tatsachen, sondern die Sachverhalte fĂŒr in irgendeinem Sinne âgegebenâ oder âbeobachtbarâ. Ein weniger naiver Standpunkt, der Sachverhalt und Tatsache unterscheidet, steht, wenn er induktivistisch vorgeht, vor dem RĂ€tsel, wie sich aus den irrationalen Tatsachen die rationalen Sachverhalte abheben.
FĂŒr den Deduktivismus besteht hier keine grundsĂ€tzliche Schwierigkeit. Seine TheorieansĂ€tze sind durchweg rationale Konstruktionen. Dass ein Sachverhalt sich als rationales Teilmoment einer Tatsache erweist, bedeutet fĂŒr ihn nichts anderes als die Möglichkeit, dass die Tatsachen rationalen Sachverhalten widersprechen können â anders ausgedrĂŒckt, und zwar biologisch-pragmatisch: dass Reaktionen sich als zweckmĂ€Ăig und unzweckmĂ€Ăig erweisen können.cite-ref-53[53]
âDie GrundsĂ€tze der Theorien (nichtempirischer wie empirischer) können als implizite Definitionen der auftretenden Grundbegriffe aufgefasst werden. Das ist fĂŒr nichtempirische Theorien anerkannt; bei empirischen Theorien ist man jedoch meist der Meinung, dass die Grundbegriffe als nichtlogische Konstanten oder dergleichen aufzufassen sind und dass ihnen irgend etwas in der Wirklichkeit zugeordnet ist. Diese Auffassung ist in dieser Form unhaltbar (insbesondere die angegebene Auffassung von den Zuordnungsdefinitionen). Denn dass ein Grundbegriff seinem Gegenstand in der Wirklichkeit zugeordnet werden kann, wĂŒrde besagen, dass Allgemeinbegriffe aufweisbare GegenstĂ€nde bezeichnen (das heiĂt die These âuniversalia sunt realiaâ in primitivster Form). Die Sache verhĂ€lt sich so, dass auch die Grundbegriffe der empirischen Wissenschaften implizit definiert sind. Die Zuordnung zur Wirklichkeit geschieht nicht fĂŒr die Grundbegriffe, sondern fĂŒr die Theorie als Ganzes, mit allen ihren Begriffen (dadurch, dass angegeben wird unter welchen UmstĂ€nden sie als widerlegt anzusehen ist). Anders ausgedrĂŒckt: Die Zuordnung geschieht durch die Methode der Entscheidung ĂŒber die besonderen FolgesĂ€tze der Theorie, durch Entscheidung ĂŒber die abgeleiteten Prognosen, in denen die Grundbegriffe gar nicht mehr auftreten. (Die Zuordnung ist Anwendung der Theorie, ist Praxis, sie beruht auf praktischen EntschlĂŒssen; â eine Bemerkung, die eine Auseinandersetzung des Unterschiedes der transzendentalen und der erkenntnispsychologischen Betrachtungsweise dringlich macht.).âcite-ref-54[54]
WĂ€hrend die Logik der Forschung eine Methodologie im Sinne des Empirismus vorschlĂ€gt, grenzt Popper letztere ab von einer anderen, fĂŒr die ein jedes wissenschaftliches System maĂgeblich aus Definitionen besteht. Der Konventionalismus ist nach Popper zwar ebenfalls eine deduktivistische Methodologie; aber fĂŒr diese sind Gesetzesaussagen keine Aussagen, die sich auf die Wirklichkeit oder die Erfahrung beziehen, sondern analytische Urteile, die auf Definitionen grĂŒnden.cite-ref-55[55] In einem umfassenderen Sinne können an Stelle von expliziten Definitionen auch âimplizite Definitionenâ durch die Interpretation und die begriffliche Vernetzung innerhalb eines axiomatischen Systems treten. Hierbei werden die Begriffe also nicht explizit, sondern durch die axiomatische Theorie definiert.
Der grundsĂ€tzliche Unterschied aber zwischen Konventionalismus und dem von Popper vertretenen Empirismus ist nicht erkenntnislogisch festzumachen, sondern beruht auf einem Unterschied der Entscheidung fĂŒr eine bestimmte methodologische Ausrichtung: WĂ€hrend der Empirismus wissenschaftliche Aussagen an der Erfahrung scheitern lassen will, kann der Konventionalist durch eine âkonventionalistische Wendungâ in der unterschiedlichsten Art und Weise seine bevorzugte Theorie stets aufrechterhalten. Denn diese ist schon aufgrund definitorischer Setzung (logisch) wahr; sie legt dann ihrerseits fest, etwa durch Messverfahren, was relevante Daten fĂŒr sie sind.
Stipulative Definition und ihre Explikation
Als stipulative Definition (oder auch regulierende, regelgebende bzw. vorschreibende Definition) bezeichnet man eine Definition, die einen gewohnten Sprachgebrauch zur Grundlage nimmt, aber den Gebrauch neu regelt. Die Analyse des Sprachgebrauchs mit dem Ziel einer stipulativen Definition bezeichnet man als Explikation.
C. G. Hempel
Carl Gustav Hempel empfiehlt, Realdefinitionen ebenso wie der natĂŒrlichen oder Alltags-Sprache entnommene AusdrĂŒcke und Begriffe dem Verfahren der Explikation oder Begriffsanalyse zu unterziehen. Erst damit können sie zweckgemÀà in wissenschaftlichen AussagenzusammenhĂ€ngen eingesetzt werden. Es wird hier eine Parallele zu Karl Poppers âdiakritischer Analyse/Dialysisâ deutlich.
Explikationsverfahren
Als Explikation bezeichnet man den Vorgang, in dem von einem Ausdruck, dessen Bedeutung noch nicht klar ist, zu einem wissenschaftlich fundierten Ausdruck gekommen wird. HĂ€ufig wird das Ergebnis eine stipulative, d. h. regulierende, Definition sein. Es haben sich verschiedene Explikationsverfahren etabliert.
Etymologische Methode
Ausgangspunkt dieser Methode bildet die Wortherkunft. Der Verweis kann auf die Herkunft in derselben Sprache oder die Herkunft in einer anderen Sprache erfolgen. Die Wortherkunft ist hĂ€ufig nur ein Element beim Explizieren und unzuverlĂ€ssig, aber es kann durchaus ĂŒberraschende Ergebnisse und Perspektivenwechsel liefern. Insbesondere kann sie helfen Entwicklungstrends bei der Verwendung des Ausdrucks zu erkennen.
Die etymologische Methode
â[âŠ] empfiehlt nĂ€mlich folgendes Vorgehen:
1. Der definierte Ausdruck soll in seine Bestandteile zerlegt werden. 2. Feststellung des Sinns der einzelnen Bestandteile, den sie in der Herkunftssprache hatten. 3. Aus den Sinnen der Bestandteile soll schlieĂlich der Sinn des ganzen definierten Ausdrucks konstruiert werden.âcite-ref-begriffsbildung-56-0[56]
Induktive Methode
Eine weitere Methode ist die Analyse (insbesondere der Vergleich) vieler AnwendungsfĂ€lle des untersuchten Ausdrucks. Die Methode trĂ€gt auch den Namen sokratische Methode, weil Sokrates sie angeblich als erster in seinen Ăberlegungen ĂŒber den Sinn verschiedener Wörter systematisch anwendete.cite-ref-begriffsbildung-56-1[56] Die Bezeichnung sokratische Methode ist allerdings problematisch, da dieser Begriff in der philosophiegeschichtlichen Terminologie nicht nur die Induktion beinhaltet.
Lexikonmethoden
In der analytischen Philosophie wird hĂ€ufig versucht, möglichst viel Sprachmaterial zu gewinnen, um in die Analyse eines Wortes einzusteigen. Es gibt verschiedene systematische Hilfsmittel fĂŒr das Auffinden eines ausreichenden Sprachmaterials. Eine Gruppe dieser Methoden bilden die Lexikonmethoden.
âDie eine ist, das ganze Lexikon durchzugehen, und sich alle relevant scheinenden Wörter zu notieren; das nimmt gar nicht so viel Zeit in Anspruch, wie vielleicht viele annehmen. Die andere ist, mit einer ziemlich weit gefaĂten Auswahl von offensichtlich relevanten Wörtern anzufangen und im Lexikon jeden einzelnen nachzuschlagen. Es wird sich dabei herausstellen, daĂ in den ErklĂ€rungen der verschiedenen Bedeutungen eines jeden Ausdrucks eine ĂŒberraschende Anzahl anderer, zwar verwandter, aber natĂŒrlich oft nicht synonymer AusdrĂŒcke vorkommt. Dann schlagen wir wieder unter jedem dieser AusdrĂŒcke nach und erweitern somit unseren Bestand durch die jeweils gegebenen »Definitionen«. Wenn wir so ein wenig weitergemacht haben, so wird sich im allgemeinen ergeben, daĂ sich der »Familienkreis« zu schlieĂen beginnt, bis er zuletzt vollstĂ€ndig ist und wir nur noch auf Wiederholungen stoĂen. Diese Methode hat den Vorteil, die AusdrĂŒcke in geeignete Gruppen zusammenzufassen. Aber natĂŒrlich wird ein Gutteil davon abhĂ€ngen, wie umfassend die anfĂ€ngliche Auswahl gewesen ist.âcite-ref-57[57]
Ăbergang zu anderen Wortarten
In der analytischen Philosophie hat sich ein weiteres Explikationsverfahren etabliert, der Ăbergang zu anderen Wortarten. Ein typischer Fall ist der Ăbergang von einem Substantiv zum dazugehörigen Verb. In vielen FĂ€llen, z. B. wenn man statt der Sprache das Sprechen oder statt der Feststellung das Feststellen untersucht, erhöht man mit diesem Zugang die Betonung des Handlungscharakters des Untersuchungsgegenstandes. In anderen FĂ€llen Ă€ndert sich zumindest die Perspektive auf den zu explizierenden Ausdruck.
Aristoteles
Die Logik von Aristoteles ist nie âformalâ in dem Sinne, dass sie von allen metaphysischen Annahmen oder anderen sachlichen Vorannahmen frei wĂ€re. Methodologisch ist wichtig, dass nach Aristoteles die höchste Aufgabe der Definition darin besteht, die wissenschaftliche Untersuchung abzuschlieĂen und dadurch das Wesen der untersuchten Objekte festzustellen.
G. W. F. Hegel
In der herkömmlichen Philosophie wird das Allgemeine Aristoteles folgend innerhalb der Logik von Begriff, Urteil und Schluss behandelt. FĂŒr Hegel (Jenenser Logik, Wissenschaft der Logik) aber nun reflektieren diese logischen Formen und Prozesse diejenigen der Wirklichkeit, d. h., sie werden von ihm ontologisch gedeutet.
Herkömmlich erfasst durch die Definition das Denken die allgemeine Natur eines Objekts in ihrem wesentlichen Unterschied zu anderen Objekten. Nach Hegel kann die Definition dies nur leisten, weil sie den wirklichen Prozess widerspiegelt, in welchem sich das Objekt von andersartigen unterscheidet: Die Definition drĂŒckt die Bewegung aus, in der ein Sein seine IdentitĂ€t in der Bewegung bewahrt.
Demnach kann eine wirkliche Definition nicht in einem einzelnen Satz gegeben werden, sondern eigentlich nur durch die wirkliche Geschichte des Objekts selbst, wie es sich gegen anderes Besonderes sowohl verteidigt wie auch erhÀlt und erweitert.
Das Allgemeine wird durch die Negation des Besonderen gestaltet, d. h., der Begriff wird dialektisch konstruiert. Der Prozess der Auflösung und Zerstörung der stabilen Welt des gemeinen Menschenverstandes resultiert in der Konstruktion eines Allgemeinen, das in sich konkret ist. Denn es verwirklicht sich im Besonderen und durch das Besondere, d. h. in der TotalitÀt der besonderen Momente.cite-ref-58[58]
Heinrich Rickert und Emil Lask
Innerhalb des Badischen Neukantianismus haben sich insbesondere Heinrich Rickert und Emil Lask um die Ausarbeitung einer Definitionslehre bemĂŒht.
Rickerts Zur Lehre von der Definition stellt dessen Dissertation dar. In Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung hat er sodann seine Theorie des Begriffs ohne RĂŒcksicht auf die Definition weiter ausgearbeitet. Die allgemeine Verwirrung in der Definitionslehre beruht auf einer falschen Auffassung vom Begriff.cite-ref-60[60] Rickert will an âDefinitionâ als einer âBegriffsbestimmungâ festhalten.cite-ref-61[61]
Zur Frage des VerhĂ€ltnisses von Erfahrung und Denken bzw. von Anschauung und Begriff sagt Rickert unter Berufung auf den âAugenmenschenâ Goethe, der in seiner Farbenlehre sagt, dass wir schon bei jedem aufmerksamen Blick in die Welt theoretisieren:
âJede ausdrĂŒcklich zum BewuĂtsein gebrachten oder erkannte Wahrheit hat die Form des Urteils, und zu seinem logischen Gehalt gehört notwendig sowohl ein âintuitivesâ als auch ein âdiskursivesâ Moment.âcite-ref-62[62]
Rickert behandelt Definieren als Begriffsbildung und Begriffszerlegung und sucht gegen den Intuitionismus etwa von Jakob Friedrich Fries, der glaube, dass es möglich sei, durch bloĂes Sehen schon eine Wahrheit theoretisch zu erfassen, zu zeigen, dass der fertig definierte Begriff nicht etwa logisch frĂŒher als das Urteil ist, sondern seinem logischen Gehalt nach als ein Produkt des Urteilens verstanden werden muss. Das Urteil ist daher nicht bloĂe Verbindung von Begriffen als Vorstellungen, sondern ist TrĂ€ger eines unentbehrlichen diskursiven Elements.cite-ref-63[63]
Ernst Cassirer
Ernst Cassirer erhebt gegenĂŒber dem Nominalismus den Einwand, dieser könne nicht erklĂ€ren, warum ein bestimmter Begriff (z. B. der Atom-Begriff) zur Entdeckung neuer, bislang unerforschter Tatsachen fĂŒhren könne.cite-ref-64[64]
Definitionen nach Explizitheit
Kontextdefinition (implizite Definition)
WĂ€hrend in expliziten Definitionen der definierte Ausdruck alleine auf der linken Seite vorkommt, gilt dies fĂŒr Kontextdefinitionen (oder auch implizite Definitionen) nicht. In der Kontextdefinition tritt der definierte Begriff also nicht allein auf der linken Seite auf, sondern in einem fĂŒr ihn charakteristischen Kontext. Die Verwendung in anderen Kontexten ist unzulĂ€ssig.cite-ref-65[65]
FĂ€llt beispielsweise eine allgemeine Definition des PrĂ€dikates âadĂ€quatâ schwer, so lĂ€sst sich leicht definieren, dass die Aussage âX ist ein adĂ€quater KalkĂŒlâ genau dann wahr ist, wenn X ein KalkĂŒl ist, der vollstĂ€ndig und korrekt ist.
AdĂ€quatheit wurde damit nur im Kontext âKalkĂŒlâ definiert, und die Frage, wann ĂŒberhaupt etwas adĂ€quat ist, bzw. welche Dinge unter diesen Begriff fallen, stellt sich nicht. Dieser ontologische Unterschied erspart etwa der modernen Mathematik die philosophische Frage nach dem Wesen der Zahl (empirisch, psychologistisch oder logisch). Denn die mathematischen Axiome sagen nicht, was eine Zahl ist, sondern wann sich etwas Zahl nennen darf und welche arithmetischen Eigenschaften sodann fĂŒr diese gelten.
Spinoza
Als Beispiel: Er zieht aus folgenden beiden Aussagen, die er âDefinitionenâ nennt, die Schlussfolgerung:
Die Substanz ist von Natur frĂŒher als ihre Erregungen.
1. âUnter Substanz verstehe ich das, was in sich ist und durch sich begriffen wird; d.h. etwas, dessen Begriff nicht den Begriff eines andern Dinges nötig hat, um daraus gebildet zu werden.â
2. âUnter Modus verstehe ich eine Erregung (Affektion) der Substanz; oder etwas, das in einem andern ist, durch welches es auch begriffen werden kann.âcite-ref-67[67]
Offenkundig handelt es sich bei (1) und (2) um Vereinbarungen ĂŒber den Sprach- bzw. Zeichengebrauch. Aus solchen lĂ€sst sich noch nicht einmal die Existenz des so Bezeichneten schlussfolgern, geschweige denn eine weitere Existenzbehauptung logisch korrekt ableiten. Spinoza verwendet seine Definitionen insgeheim als Existenzialaxiome.
âlateinisch Omnis determinatio negatio est.â (lat., zu dt.: Jede Bestimmung ist eine Verneinung.)
Partielle Definitionen
Partielle Definitionen gelten nur fĂŒr einen bestimmten Teilbereich. Sie sind anwendbar nur fĂŒr den Fall, dass eine gewisse Vorbedingung erfĂŒllt ist.
Die wichtigste Gruppe der partiellen Definitionen bilden die Definitionen von âDispositionsbegriffenâ, wie zum Beispiel âwasserlöslichâ. Solche Definitionen beschreiben nicht Eigenschaften, die direkt durch Beobachtung ablesbar sind, sondern solche, die an eine (PrĂŒf-)Bedingung geknĂŒpft sind.cite-ref-68[68]
Operationale Definition
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Hauptartikel
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Operationale Definition
Mitunter werden AusdrĂŒcke durch eine Methode definiert, mit der man feststellen kann, ob in einem konkreten Fall der Ausdruck angewendet werden kann. In diesem Fall spricht man von operationalen Definitionen.cite-ref-69[69] Operationale Definitionen sind hĂ€ufig partiell.
Rekursive Definition
â
Hauptartikel
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Rekursion
In der rekursiven Definition â auch induktive Definition genannt â wird mit der Nennung der einfachsten GegenstĂ€nde begonnen, die dem Definiendum angehören. Dann wird ein Verfahren angegeben, mit dessen Hilfe man die weiteren GegenstĂ€nde erzeugen kann. Manchmal wird darauf hingewiesen, dass alles, was nicht durch beliebig â aber endlich â oft wiederholte Anwendung des Verfahrens gewonnen werden kann, nicht zum Definiendum gehört, aber auch ohne diesen Hinweis werden rekursive Definitionen zumindest in der Mathematik immer so verstanden. Die Induktion kann strukturell oder vollstĂ€ndig sein. Rekursive Definitionen finden sich vor allem in der Mathematik und der mathematischen Logik. Beispiel: âDie Summe sum ⥠⥠( n ) {\displaystyle \operatorname {sum} (n)} der natĂŒrlichen Zahlen bis einschlieĂlich n {\displaystyle n} ist definiert als 0, falls n = 0 {\displaystyle n=0} , und sum ⥠⥠( n â â 1 ) + n {\displaystyle \operatorname {sum} (n-1)+n} sonst.â
Weitere Beispiele sind die rekursive Definition der Fibonacci-Folge oder die rekursive Definition eines Palindroms. Auch die Definition der Syntax einer Programmiersprache durch eine Grammatik in Backus-Naur-Form ist eine rekursive Definition.
Auch auĂerhalb von Mathematik, Logik und Informatik wĂ€ren rekursive Definitionen denkbar, z. B. âDie Nachkommen einer Person sind ihre Kinder und deren Nachkommen.â Solche Definitionen werden aber ĂŒblicherweise nicht verwendet.
Persuasive Definitionen
Persuasive Definitionen sind Definitionen, die neben ihrem beschreibenden Inhalt auch gefĂŒhlsmĂ€Ăige Bedeutungen (engl. emotive meaning) haben. Charles L. Stevenson, der die Bezeichnung 1938 in einem Mind-Artikel eingefĂŒhrt hat, schreibt:
âA persuasive definition changes descriptive meaning without substantially changing emotive meaning; and a persuasive quasi-definition changes emotive meaning without substantially changing descriptive meaning.âcite-ref-70[70]
Persuasive Definitionen finden sich sehr hÀufig in der Philosophie und in den Sozialwissenschaften.
Typenbegriffe
Max Weber
C. G. Hempel
Die logischen Untersuchungen von C. G. Hempel zum Typusbegriff sind nicht nur im Hinblick auf Max Webers Idealtypus interessant, sondern allgemein zur Frage, wie eine Taxonomie zu erstellen sei.
Wissenschaftstheoretische Probleme von Definitionen
Wissenschaftssystematische Einordnung
Die Definitionslehre bildet einen Teil der Logik, sofern diese als Methodenlehre aufgefasst wird.cite-ref-72[72] Der logische Charakter von âDefinitionâ ergibt sich hierbei âteleologischâ aus deren daraus bestimmbarer methodologischer Funktion.
Funktionen von Definitionen
Wissenschaftliche Definitionen werden in der Regel dann gefordert, wenn Hypothesen und Theorien aufgestellt oder Modelle konstruiert werden, die von anderen Wissenschaftlern nachvollzogen und diskutiert werden können sollen. Um den Kriterien der IntersubjektivitĂ€t zu genĂŒgen, soll hierbei Einvernehmen ĂŒber die Bedeutung der verwendeten Begriffe erzielt werden.
Nach der Definitionslehre von Karl Popper hingegen wird die Definitionsfrage dadurch miterledigt, dass man die Theorie als Ganzes auf einen Objektbereich anwendet und einzelne Folgerungen daraus an BeobachtungssĂ€tzen ĂŒberprĂŒft.
In den Sozialwissenschaften ist die Grenze zwischen Definitionen und AusdrĂŒcken, die keine Definition sind, oft flieĂend. Wenn die Ă€uĂere Form nicht eindeutig klarstellt, ob es sich um eine Definition handelt, d. h., wenn der Autor weder explizit noch implizit seine Absicht geĂ€uĂert hat, hĂ€ngt es von der Intention des Autors ab, die man in diesem Fall nicht klĂ€ren kann. In diesem Fall kann es zu Verwechslungen von Definitionen und insbesondere empirischen Verallgemeinerungen kommen, die zu MissverstĂ€ndnissen des Textes fĂŒhren können.cite-ref-73[73]
Ăhnliche Probleme können auftreten, wenn nicht klar ist, zu welcher Klasse von Definitionen eine vorlegte Definition gehören soll.cite-ref-74[74]
Eine Definitionslehre ist je nach Auffassung von Wissenschaftstheorie und Logik ein methodologischer Entwurf davon, was eine âDefinitionâ und wonach sie zu beurteilen sei, also welchen Sinn und Zweck sie habe. Wie im Bereich einer Fachsprache Definitionen geschaffen und gehandhabt werden, wird durch die Terminologielehre untersucht und prĂ€zise festgelegt. Wenn durch Definitionen Objekte klassifiziert, also in eine bestimmte Klasse eingeordnet werden, ist eine Taxonomie geschaffen.
Einer jeden besonderen Definitionslehre liegt eine bestimmte Auffassung von Begriffslehre bzw. eine Auffassung ĂŒber die Beziehungen zwischen Begriff, Urteil und Theorie zugrunde; sie hat damit eine bestimmte Auffassung von Erkenntnistheorie und/oder Methodologie zur (mehr oder minder explizit gemachten) Voraussetzung. Daher gehen die Auffassungen ĂŒber die Rolle von Definitionen in der Sprache und auch in wissenschaftlichen ZusammenhĂ€ngen oft sehr stark auseinander.
Nach Auffassung des Nominalismus ist eine Definition nichts weiter als eine Festlegung des betreffenden Ausdrucks bzw. der jeweiligen Zeichenverwendung und kann als Vereinbarungssache ĂŒberhaupt nicht âwahr oder falschâ sein, lediglich mehr oder weniger zweckmĂ€Ăig. Definitionen in diesem Sinne stellen bloĂ ein technisches Hilfsmittel dar, indem sie erlauben, die Sprechweise abzukĂŒrzen. Wer hingegen meint, fĂŒr jeden Begriff gebe es eine ârichtigeâ Definition, eine entsprechende Aussage könne also wahr oder falsch sein, stellt sich dadurch auf die Seite des Essentialismus als einem der möglichen Antwortversuche auf das Universalienproblem.
Die wichtigsten Definitionslehren sind:cite-ref-75[75]
A) Eine Definition bestimmt das Wesen (SacherklÀrung).
B) Eine Definition bestimmt den Begriff (Begriffskonstruktion oder -zergliederung).
C) Eine Definition stellt fest, wie bzw. mit welcher Bedeutung ein Zeichen tatsÀchlich verwendet wird.
Diese Auffassung ist in der Ă€lteren philosophischen Tradition selten ausdrĂŒcklich vertreten worden. Sie wird hĂ€ufig nur implizit vertreten. Zum Beispiel können solche Autoren so interpretiert werden, die den Anspruch auf Wahrheit, den eine Realdefinition macht, auf eine Nominaldefinition zu ĂŒbertragen suchen.cite-ref-76[76]
Bisweilen, wie etwa von Christoph von Sigwart,cite-ref-77[77] wird unter âDefinitionâ lediglich die Angabe der Bedeutung eines Ausdrucks verstanden.
D) Eine Definition setzt fest, wie bzw. mit welcher Bedeutung ein Zeichen verwendet werden soll.
BetrÀchtliche Verwirrung ist dadurch entstanden, dass selbst Philosophen wie Aristoteles, Leibniz und Immanuel Kant diese vier Konzeptionen begrifflich nicht immer strikt auseinandergehalten haben und daher in ihren Argumentationen zu Inkonsistenzen gekommen sind.cite-ref-78[78]
Arbeitsdefinition
Unter einer Arbeitsdefinition versteht man die vorlĂ€ufige Definition eines Sachverhaltes, die noch nicht den Anspruch erhebt, diesen Sachverhalt erschöpfend zu definieren. Sie dient in der Regel als Arbeitsgrundlage fĂŒr bestimmte Fragestellungen und wird im Allgemeinen nach Abschluss einer Untersuchung im Sinne einer PrĂ€zisierung ĂŒberarbeitet. Sie dient demnach nur zur PhĂ€nomenbeschreibung und groben Abgrenzung des Forschungsgebietes.cite-ref-79[79]
Bedeutung
Begriffe und deren Definition dienen zur Beschreibung des Erfahrungswissens und verkĂŒrzen die Kommunikation. Denn anstatt âeine chemische Verbindung, die aus den Elementen Wasserstoff (Elementsymbol H {\displaystyle H} ) und Sauerstoff (Elementsymbol O {\displaystyle O} ) im VerhĂ€ltnis 2 : 1 {\displaystyle 2:1} bestehtâ (Definiendum), kann man einfach âWasserâ (Definiens) sagen oder schreiben.cite-ref-80[80] Diese Definition enthĂ€lt ebenfalls den erforderlichen Gattungsbegriff (chemische Verbindung) und das â nur fĂŒr Wasser geltende â Spezifikum (Wasserstoff und Sauerstoff). Auch diese Definition kann prĂ€ziser durch eine Formel (chemische Formel H 2 O {\displaystyle H_{2}O} ) dargestellt werden als bei der verbalen Definition. Definitionen spielen in allen Wissenschaften eine groĂe Rolle, um die Bedeutungen von verwendeten Fachtermini anzugebencite-ref-81[81] und die VerstĂ€ndigung zu erleichtern. Das KernstĂŒck aller Lexika ist die Definition des Lemmas. Nominaldefinitionen können mehr oder weniger zweckmĂ€Ăig sein, nicht jedoch wahr oder falsch.cite-ref-82[82]
Siehe auch
Literatur
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Weblinks
Wiktionary: Definition
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Definition
â Zitate
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